Anschreiben schreiben: Aufbau, Muster und Tipps

Der Lebenslauf zeigt, was du gemacht hast. Das Anschreiben beantwortet die Frage, die er offen lässt: Warum ausgerechnet du und warum ausgerechnet hier? Diese Anleitung zeigt dir den formalen Aufbau, eine erprobte Struktur für den Text und die Fehler, an denen die meisten Bewerbungen scheitern.

Anschreiben oder Lebenslauf: Was gehört wohin?

Wer ein Anschreiben schreiben will, stolpert meistens über dieselbe Verwechslung: Der Text wiederholt in Fließform, was zwei Seiten weiter ohnehin tabellarisch steht. Damit verschenkst du die einzige Seite deiner Bewerbung, auf der du wirklich argumentieren darfst.

Die Aufgabenteilung ist klar:

  • Der Lebenslauf beantwortet was und wann – Stationen, Zeiträume, Abschlüsse, Kenntnisse.
  • Das Anschreiben beantwortet warum – warum diese Stelle, warum dieses Unternehmen und warum du dafür die richtige Person bist.

Praktisch heißt das: Greif zwei oder drei Stationen heraus, die zur ausgeschriebenen Stelle passen, und erkläre, was du dort erreicht hast. Alles andere steht im Lebenslauf und muss nicht doppelt erzählt werden. Wie du den aufbaust, liest du in unserer Anleitung zum Lebenslauf schreiben.

Der formale Aufbau

Für Geschäftsbriefe gilt in Deutschland die DIN 5008. Sie ist keine Vorschrift, an die du dich halten musst, aber sie beschreibt, was Personalverantwortliche gewohnt sind – und ein Anschreiben, das dieser Erwartung folgt, wirkt auf den ersten Blick sorgfältig. Diese Elemente gehören der Reihe nach hinein:

  • Absenderblock – dein Name, Berufsbezeichnung und Kontaktdaten
  • Empfängerblock – Firma, „z. Hd. [Name]", Straße, PLZ und Ort
  • Datumszeile – rechtsbündig, im Format „München, 21. Juli 2026"
  • Betreff – ohne das Wort „Betreff", zum Beispiel „Bewerbung als Mediengestalter"
  • Referenz – falls die Anzeige eine Kennziffer nennt
  • Anrede – möglichst namentlich
  • Fließtext – drei bis vier Absätze
  • Grußformel – „Mit freundlichen Grüßen"
  • Unterschrift – eingescannt oder als Schreibschrift
  • Anlagen – optionaler Hinweis, etwa „Anlagen: Lebenslauf"
Tipp

Nach der Anrede steht ein Komma – und der nächste Satz beginnt klein: „Sehr geehrte Frau Mayer, mit großem Interesse habe ich …". Das ist im Deutschen korrekt und einer der Punkte, an denen sorgfältige Bewerbungen sofort erkennbar sind.

Die Vier-Teile-Struktur

Wenn du vor dem leeren Blatt sitzt, hilft ein festes Gerüst. Diese vier Bausteine decken alles ab, was ein Anschreiben leisten muss – und zwar in dieser Reihenfolge:

1. Einstieg: Bezug zur Stelle

Nenne die Position und sag in einem Satz, warum sie dich reizt. Verzichte auf „hiermit bewerbe ich mich" – das ist inhaltsleer und steht in fast jeder Bewerbung. Besser ist ein konkreter Anknüpfungspunkt: eine Aufgabe aus der Anzeige, die zu dem passt, was du ohnehin gern machst.

2. Hauptteil: zwei Erfolge, mindestens einer mit Zahl

Hier entscheidet sich die Bewerbung. Nenne zwei Dinge, die du erreicht hast und die zur Anzeige passen – möglichst mit einer nachprüfbaren Größe: Teamgröße, Budget, Laufzeit, Stückzahl, Prozentwert. Eine Aufgabe beschreibt, wofür du zuständig warst. Ein Erfolg beschreibt, was sich dadurch verändert hat.

3. Unternehmensbezug: ein ehrlicher Satz

Ein Satz dazu, was dich an genau diesem Arbeitgeber interessiert – Produkt, Ausrichtung oder Arbeitsweise. Ein Satz genügt, aber er muss stimmen. Ausgedachte Begeisterung erkennt man, und spätestens im Gespräch wird nachgefragt.

4. Abschluss: Gesprächsangebot und Verfügbarkeit

Zum Schluss ein Angebot zum Gespräch und, falls relevant, dein frühestmöglicher Eintrittstermin. Konjunktive wie „würde ich mich freuen" schwächen den Satz unnötig ab – schreib direkt, dass du dich auf ein Gespräch freust.

Formulieren: konkret statt Floskel

Anschreiben scheitern selten am Layout und fast immer an austauschbaren Sätzen. Wendungen wie „teamfähig", „belastbar" oder „hohe Motivation" stehen in praktisch jeder Bewerbung und sagen deshalb nichts mehr. Der Ausweg ist immer derselbe: Ersetze die Eigenschaft durch die Handlung, die sie belegt.

Besser so

„In meiner aktuellen Position habe ich die Bearbeitungszeit von Kundenanfragen von drei Tagen auf einen gesenkt, indem ich die Ticket-Vorlagen neu aufgesetzt habe."

Lieber nicht

„Ich bin ein engagierter Teamplayer mit hoher Belastbarkeit und arbeite stets lösungsorientiert und selbstständig."

Ein zweiter Hebel ist die Perspektive. Viele Anschreiben bestehen aus Ich-Sätzen in Reihe. Dreh einige davon so, dass der Nutzen für den Arbeitgeber vorne steht – nicht „Ich habe Erfahrung mit X", sondern was diese Erfahrung im neuen Team konkret bewirkt.

Die häufigsten Fehler

  • Den Lebenslauf nacherzählen. Das Anschreiben ist eine Argumentation, keine Zusammenfassung.
  • Floskel-Einstieg. „Hiermit bewerbe ich mich auf die von Ihnen ausgeschriebene Stelle" sagt nichts, was nicht schon im Betreff steht.
  • Kein Unternehmensbezug. Ein Text, der an hundert Firmen passt, überzeugt bei keiner.
  • Keine Zahlen. Ohne konkrete Größen bleiben Erfolge Behauptungen.
  • Falsche Anrede. Ein falsch geschriebener Name oder ein „Sehr geehrte Damen und Herren" trotz genannter Ansprechpartnerin fällt sofort negativ auf.
  • Länger als eine Seite. Wer kürzen muss, merkt schnell, was wirklich wichtig ist.

Anschreiben mit KI erstellen

Am schwierigsten ist fast immer der erste Entwurf. Wenn du dein Anschreiben schreiben willst und nicht weißt, wie du anfangen sollst, helfen dir bei Easy Lebenslauf zwei Funktionen – eine ohne KI, eine mit.

Struktur einfügen: das Gerüst ohne KI

Ist das Textfeld leer, setzt dir die Funktion „Struktur einfügen" ein Gerüst hinein, das der Vier-Teile-Struktur von oben folgt: Einstieg mit Bezug zur Stelle, zwei Erfolge, Unternehmensbezug, Gesprächsangebot. Die Platzhalter füllst du selbst – das reicht in vielen Fällen schon, um aus der Schreibblockade herauszukommen.

Entwurf aus der Stellenanzeige generieren

Die KI-Funktion „Generieren" erzeugt einen kompletten Textentwurf. Du gibst dafür an:

  • Position und Firma
  • die Stellenanzeige zum Einfügen – das liefert mit Abstand das beste Ergebnis, weil die KI die Anforderungen dann kennt
  • eigene Notizen, etwa Erfolge, die unbedingt vorkommen sollen
  • zwei Schalter, mit denen du Berufserfahrung und Ausbildung aus deinem Lebenslauf mitgibst

Das Ergebnis kannst du an den bestehenden Text anhängen oder als neues Anschreiben übernehmen. Für einen fertigen Text, der sich noch holprig liest, gibt es zusätzlich „Text verbessern" – das poliert Grammatik und Prägnanz, ohne den Inhalt umzuwerfen.

Wichtig

Die KI ist bewusst so eingestellt, dass sie keine Fakten, Zahlen, Arbeitgeber oder Qualifikationen erfindet. Sie arbeitet ausschließlich mit dem, was du ihr mitgibst. Das heißt umgekehrt: Je konkreter deine Notizen, desto besser der Entwurf – und der Text bleibt am Ende deiner. Anrede und Grußformel setzt die App selbst, die KI liefert nur den Fließtext.

Was das kostet

Ein Anschreiben kannst du kostenlos erstellen. Die KI-Funktionen und beliebig viele weitere Anschreiben gehören zu Premium – und das ist eine Einmalzahlung ohne automatische Verlängerung: ab 9,95 € für einen Monat mit 300 KI-Credits, 19,95 € für drei Monate mit 750 Credits oder 39,95 € für zwölf Monate mit 2.500 Credits.

Jeder Klick auf „Generieren" oder „Text verbessern" kostet einen Credit, unabhängig von der Textlänge. Zur Einordnung: Eine aktive Bewerbungsphase mit rund 20 Bewerbungen verbraucht etwa 120 Credits – dafür reicht bereits das kleinste Paket deutlich.

Ein Design, eine Datei

Das Anschreiben ist bei Easy Lebenslauf kein separates Dokument, sondern an deinen Lebenslauf gekoppelt. Es übernimmt dessen Akzentfarbe, Schriften und Absenderdaten automatisch – du musst also nicht zwei Dokumente mühsam aneinander angleichen. Aktivierst du es in den Einstellungen deines Lebenslaufs, landet es als erste Seite in derselben PDF-Datei. Damit verschickst du eine Datei statt zwei, die in Bewerbungsportalen auch nicht auseinanderfallen kann.

Die Vorschau baut sich beim Tippen mit auf, gespeichert wird automatisch. Für die Unterschrift lädst du ein Bild hoch oder lässt deinen Namen in einer Schreibschrift setzen.

Häufige Fragen

  • Eine DIN-A4-Seite, nicht mehr. Rechne mit drei bis vier Absätzen und rund 250 bis 400 Wörtern. Wer auf eine zweite Seite rutscht, hat meistens den Lebenslauf nacherzählt statt ausgewählt.

  • Klein. Nach „Sehr geehrte Damen und Herren," steht ein Komma, und der erste Satz beginnt klein – also „mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen". Das ist einer der häufigsten Fehler in Bewerbungen.

  • Dann ist „Sehr geehrte Damen und Herren," korrekt. Vorher lohnt aber ein Blick in die Stellenanzeige, auf die Karriereseite oder ein kurzer Anruf – eine namentliche Anrede zeigt, dass du dich mit dem Unternehmen beschäftigt hast.

  • Verpflichtend ist sie nicht, in Deutschland aber weiterhin üblich und ein Zeichen von Sorgfalt. Bei digitalen Bewerbungen genügt eine eingescannte Unterschrift oder der Name in einer Schreibschrift.

  • Wenn die Stellenanzeige nichts anderes vorgibt, ist eine einzige PDF-Datei mit dem Anschreiben als erster Seite die praktischste Lösung. Sie kann in Bewerbungsportalen nicht auseinanderfallen und landet vollständig beim Empfänger.

  • Als Entwurf ja, als Endprodukt nein. KI kann dir Struktur und Formulierungen liefern, kennt aber deine Motivation und deine Erfolge nicht. Was am Ende dort steht, musst du prüfen, korrigieren und mit deinen echten Beispielen füllen – sonst liest sich das Ergebnis austauschbar.

Wenn Anschreiben und Lebenslauf zusammenpassen sollen, fängst du am besten mit dem Lebenslauf an – das Anschreiben übernimmt dessen Gestaltung dann automatisch. Sieh dir dazu unsere Vorlagen an oder lies, wie du deinen Lebenslauf aufbaust.

Anschreiben und Lebenslauf aus einem Guss

Gleiches Design, eine PDF-Datei, direkt im Browser. Dein erstes Anschreiben ist kostenlos.